Die Sauerkrautpfanne und Mittjahresvorsätze

Ich kann kaum glauben, dass mein letzter Eintrag vier Monate her ist. Wo ist bloß die Zeit geblieben? Die Tomatensuppenflecken sind inzwischen getrocknet, und ich hab immer noch (zu) viel zu tun. Wettermäßig gibt es kleine Verbesserungen – es regnet immer noch, aber die Sonne kommt jetzt öfter zum Vorschein, und dann und wann können wir das Haus sogar gefahrlos ohne Regenschirm verlassen.

Wieso schaffen es eigentlich andere Leute, regelmäßig zu bloggen, während ich bloß alle paar Monate mal einen Eintrag schaffe? Muss an meiner Art zu arbeiten liegen. Und die geht ungefähr so: Ich habe eine Idee. Auf der denke ich eine zeitlang herum, bis sie sich “richtig” anfühlt, dann lasse ich sie ruhen. Dann bilde ich mir ein, zu beschäftigt oder zu müde zu sein, um an der Idee weiterzuarbeiten. Dann endlich setze ich mich hin und schreibe – FALLS die Idee dann noch wert ist, aufgeschrieben zu werden. Wenn nicht, lasse ich sie fallen. Eine Menge richtig guter Ideen haben so nie das Licht der Welt erblickt..

Deshalb entscheide ich hiermit, meine Einstellung zu ändern. Ich werde mir selbst mehr Zeit erlauben, um meine Ideen zu entwickeln UND aufzuschreiben, solange sie frisch sind. Ein bisschen wie Neujahrsvorsätze. Nur eben Mittjahresvorsätze. Wir werden ja sehen, ob und wie das klappt.

Das letzte Mal habe ich über die Architektur in Bournemouth geschrieben. Diesmal sollte es eigentlich eine kleine Abhandlung über Märkte in Bournemouth werden – oder besser über deren Abwesenheit. Es gibt definitiv keinen Markt im sogenannten Zentrum. Den hätte ich gefunden, denn da bin ich jeden Tag. Einzig ein einsamer Obst- und Gemüsestand fristet dort sein Dasein. Angeblich soll es aber einige Mäkte in näheren Umkreis geben, jedenfalls wenn man der offiziellen Tourismus-Website glauben schenken darf.

Ich dachte daher an eine nette kleine “Marktrundreise” an einem der Wochenenden an denen ich nicht nach Hause fahre. Leider habe ich bisher jedes Wochenende in Bournemouth entweder arbeitend oder krank (oder beides) verbracht – kein besonders erbauliches Blogthema. Aber dann ergab sich letztes Wochenende plötzlich die Gelegenheit, noch einmal über Architektur UND über einen Markt zu schreiben – und hier ist das Ergebnis.

Bodies in Urban Spaces

Zusammen mit etwa 60 anderen Zuschauern verbrachte ich eine Stunde am Samstag damit, einem menschlichen Skulpturenpfad durch Bournemouth zu folgen. “Bodies in Urban Spaces”, erdacht von dem österreichischen Choreografen Willi Dorner und präsentiert von Pavilion Dance South West, tourt seit 2007 weltweit.

Dorners Intention ist es, eine alternative Interpretation urbaner Architektur “und die daraus resultierenden limitierten Bewegungsmöglichkeiten und -gewohnheiten aufzuzeigen. ‘Bodies in Urban Spaces’ lädt die Bewohner ein, ihre eigene Stadt zu begehen und so eine neue, stärkere Beziehung zur Nachbarschaft, dem Bezirk und der Stadt aufzubauen. Die Intervention ist temporär, hinterlässt ihre Spuren nur in der Erinnerung der Augenzeugen.”

Das Straßenschild

Die Show bot definitiv eine unterhaltsame, ungewöhnliche Stunde und viele unerwartete Blicke auf Bournemouth. Alle Darstellerinnen und Darsteller waren Ortsansässige, wie in jeder Stadt, in der “Bodies in Urban Spaces” aufgeführt wird. Die Show wurde insgesamt vier Mal an diesem Wochenende gezeigt, was den Beteiligten bewundernswertes Stehvermögen und Kraft abverlangte. Und ich werde ein Straßenschild sicherlich nie wieder mit den selben Augen sehen…

Nach dieser erbaulichen Erfahrung beschloss ich, dem Internationalen Markt, Teil eines zehntägigen “Food & Drink”-Festivals, einen Besuch abzustatten. Ein “Authentic Pan and Grill”-Stand erregte meine Aufmerksamkeit mit dem Angebot “authentischer” deutscher Küche, namentlich Schaschlik, Gulasch and Sauerkrautpfanne. Ich bestellte letztere und erntete einen verblüfften Blick und ein “Excuse me?”.

Authentic German Pan and GrillNachdem ich meine Bestellung lauter, langsamer und mit englischerer Aussprache widerholt hatte, bekam ich endlich meine Sauerkrautpfanne, die auch wirklich ganz gut war. Aussprache ist wichtig. Vor ein paar Monaten zeigten wir eine Produktion mit dem deutschen Titel “Erhebung”. Für meine englischen Kolleginnen und Kollegen war die Aussprache dieses Wortes sehr schwierig, hauptsächlich deshalb, weil sie die erste statt der zweiten Silbe betonten, was sich dann mehr wie “Ärebung” anhörte. Es ist halt wirklich nicht einfach. Ich zum Beispiel kriege es nie hin, “Wordsworth” im ersten Anlauf richtig auszusprechen. Und habe ich nicht letztes Mal von meinen vergeblichen Versuchen berichtet, mit einem schottischen Akzent (weil ich den so mag) zu sprechen?

Als ich mit meiner Saurekrautpfanne auf der Hand davonging, hörte ich die beiden Verkäufer hinter dem Tresen miteinander sprechen – auf polnisch.

Ein wirklich internationaler Markt und ein großartiger Tag. Einzig der Obst- und Gemüsestand blieb geschlossen.

Fruit and veg

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Sauerkrautpfanne and Mid Year’s resolutions

I can’t believe that my last blog post was in February. Where has the time gone? The tomato soup stains have dried by now and I’m still busy. Weather wise, things have changed a bit. It still rains, but we now see the sun more often and we can occasionally be seen to leave the house without an umbrella.

Why is it that other people are such prolific bloggers and I manage just about one post every four months? Uh, I know. It’s the way I work. Which goes a bit like this: I have an idea. Which I turn over in my head for a while until it feels right, then I let it rest. Then I perceive myself to be too busy with work or too tired or too busy with other things to pursue it further. Eventually I get it done – IF the idea I had back then is still worth writing up. If not, I drop it. Some really great blog posts never got written that way…

So I hereby decide to change my attitude and allow myself more time to develop ideas and write them down while they are still fresh. Bit like New Year’s resolutions, only mid-year. There. We’ll see how that works.

Last time I wrote about Bournemouth’s architecture. This time round I had initially planned to write about Bournemouth’s markets – or the lack thereof. There is definitely no market in the town centre. I’m sure, because I’m there nearly every day. The only thing that I have seen on the central square is a lone fruit and veg stall. But there are apparently a couple of farmers’ markets around and according to the official Bournemouth tourism website there’s a market in Boscombe every Thursday and Saturday throughout the year.

I thought it might be nice to take a little market round trip on one of the weekends I wasn’t going back home. Unfortunately, so far I spent every single weekend I stayed here in Bournemouth either working or ill or both, so I didn’t have anything to write about. But then this past weekend provided me with the chance to pick up on my previous theme – architecture – as well as to write about a market. Result!

Bodies in Urban SpacesTogether with about 60 other audience members I spent an hour on Saturday following a human sculpture trail trough Bournemouth.  “Bodies in Urban Spaces”, organised by Pavilion Dance South West, is the brainchild of Austrian choreographer Willi Dorner, who has been showing this production since 2007 all over the world.

His intention is to offer an alternative interpretation of urban architecture, to “point out the urban functional structure and to uncover the restricted movement possibilities and behaviour as well as rules and limitations.”

Das StraßenschildIt certainly offered an unusual, hour-long entertainment and some unexpected views of Bournemouth. The performers were drawn from the local community, as in any city where “Bodies in Urban Spaces” is being shown. They performed four times over the weekend and showed extraordinary strength and stamina. I’ll probably never look at an unassuming street sign in the same way…

After this very uplifting experience I decided to pop over to the international food market, part of a ten-day Food & Drink Festival. An “Authentic Pan and Grill” hut had caught my eye, as they were offering “authentic” German fare such as Schaschlik, Gulasch and Sauerkrautpfanne. Confidently I ordered the latter and was answered with a puzzled look and an “Excuse me?”.

Authentic German Pan and GrillAfter I had repeated my order loudly and clearly and thrown in a bit of English-sounding pronunciation I got my Sauerkrautpfanne – and very nice it was, too. Pronunciation is important. Earlier this year we hosted a performance with the German title “Erhebung”. It proved very hard to pronounce for my English colleagues, mostly because they placed the emphasis on the first syllable instead of the second, which made it sound more like “Ärebung”. Well, it isn’t easy. I, for example, never get the pronunciation of “Wordsworth” right. And did I mention my unsuccessful attempts at speaking with a Scottish accent (because I love listening to it)?

When I walked away with my food, the guy who had served me started a conversation with his colleague – in Polish.

An international food market indeed and a great day out. Only the fruit and veg stall remained shut.

Fruit and veg

Tomatensuppe und Mary Shelley

Der Anlass für diesen Blog-Eintrag ist ein Teller Suppe. Oder besser gesagt, der Grund dafür, dass ich mir endlich die Zeit nehme, diesen Blog-Eintrag zu schreiben, ist ein Teller Tomatensuppe, der gestern versehentlich auf mir landete.

Seit gestern habe ich nämlich Urlaub. Nichts Besonderes, nur ein paar freie Tage. Ich war darüber nicht gerade glüklich. Ich habe zu viel zu tun, um mir so lange (drei ganze Tage!) freizunehmen; ich bin ja nur für eine begrenzte Zeit hier (mein Vertrag geht über ein Jahr) und ich bin verantwortlich für ein wichtiges Projekt. ‘Urlaub’ ist deshalb etwas, das mit meinen Plänen eher kollodidert und immer irgendwo in kleine Lücken zwischen Terminen und Tagesgeschäft gequetscht werden muss.

Ich arbeitete wie eine Verrückte, um alles Wichtige vor Verlassen des Büros zu erledigen, aber natürlich gelang mir das nicht ganz. Ich nahm deshalb einiges an Arbeit mit nach Hause. Nicht, um mich damit an den Schreibtisch zu setzen – nein, wie ‘im Urlaub’ fühlen wollte ich mich schon. Ich hatte geplant, mich damit in eines meiner Lieblingscafés zu setzen, nebenher einen Kaffee zu trinken und etwas Nettes zu frühstücken. Meine Arbeit macht mir nämlich wirklich Spaß, und es wäre auch nur ein wenig Korrekturlesen und Recherche für einen Artikel gewesen. In einem Café sitzend würde ich das weniger als ‘Arbeit’, sondern eher als angenehmen Zeitvertreib definieren.

Aber es sollte nicht sein. Ich hatte mich gerade gemütlich niedergelassen, meine Bestellung aufgegeben und meine Papiere auf dem Tisch ausgebreitet, als die Bedienung auch schon mein Frühstück brachte. Leider hatte sie auf ihrem Tablett auch einen Teller Tomatensuppe, der, als sie meine Waffel vor mich hinstellte, vom Tablett rutschte und seinen Inhalt auf den Tisch ergoss. Ein wenig Suppe landete auf mir. Das meiste landete auf meinen Papieren. Heiße. Tomaten. Suppe. Die ich nicht mal bestellt hatte.

Ich bin nicht ärgerlich. Wieso sollte ich auch? Es war ein Unfall, die Suppe wurde schnell und professionell so gut wie möglich beseitigt, und so ein kleines Missgeschick wird mich sicher nicht davon abhalten, wieder dort hinzugehen. Ich nahm es aber ganz klar als ein Zeichen. Ein Zeichen, WIRKLICH ein paar Tage freizunehmen. WIRKLICH abzuschalten, was ich nicht einfach finde. Aber das Zeichen war zu deutlich, um es zu ignorieren.

Ich wünschte nur, es wäre nicht gerade Tomatensuppe gewesen. Es stinkt, und die Papiere, obwohl inzwischen trocken, sehen aus als hätte sich jemand darauf übergeben. Kaffee wäre definitiv besser gewesen. Ich habe sehr viel Erfahrung mit Kaffeeflecken – seit Jahren trinke ich meinen morgendlichen Take-away-Kaffee auf dem Weg zur Arbeit und verschütte ihn auf meiner Kleidung. (Ich habe auch sehr viel Geschick darin, mir Kaffee in den Ausschnitt zu gießen, aber das ist eine andere Geschichte.) Jahrelange Erfahrung hat gezeigt, dass Kaffee keinen unangenehmen Geruch hinterlässt und dass Kaffeeflecken auf dunklen Stoffen so gut wie nicht zu sehen sind. Sie machen sich auch besser auf Papier – erwecken sie doch dort den Eindruck eines kreativen, künstlerischen, bohemien-haften Lebensstils. Das gleiche Argument lässt sich auf Tomatensuppenflecken schlecht anwenden…

Aber ich schweife ab. Nachdem die Entscheidung, meine Arbeit bis Montag einfach liegenzulassen, nun einmal getroffen ist, habe ich plötzlich ganz viel Zeit! Ein ganzes langes Wochenende liegt vor mir – und endlich habe ich den Kopf frei, mich hinzusetzen und den nächsten Blog-Eintrag zu schreiben! Die Idee dazu trage ich schon länger mit mir herum, aber dank des bisher verlässlich regnerisch-ekelhaften Wetters in Bournemouth hat sie nichts von ihrer Aktualität verloren.

Bournemouth's answer to NYs flatiron building

Bournemouths Antwort auf das Buegeleisenhaus in New York

Man sagt ja, dass man einen Ort am besten kennenlernt, wenn man/frau ihn sich erläuft. Ich laufe jetzt seit vier Monaten in Bournemouth herum, aber ich habe noch nicht wirklich ein Gespür für die Stadt. Es gibt hier viele interessant aussehende architektonische Details, vieles davon Art déco, und Seltsamkeiten, wie z.B. Bournemouths Antwort auf das New Yorker Bügeleisenhaus. Ich hoffe, ich kann irgendwann mit mehr Hintergrundwissen mehr über die Architektur in Bournemouth schreiben.

Wenn ich jetzt im Moment beschreiben sollte, was ich als für Bournemouth charakteristisch empfinde, dann würde ich sagen es fühlt sich so an als warte der Ort auf etwas. Vielleicht weil Bournemouth als Seebadeort nur während der Touristensaison wirklich zum Leben erwacht.

Wenn man sich die Fassaden hier genauer ansieht, fällt auf, dass viele davon abblättern. In Kombination mit dem seit ich hier angekommen bin dauerhaft feuchten Wetter strahlt das Ganze eine Atmosphäre bröckelnden Zerfalls aus, eine fast düstere (‘Gothic’) Romantik.

Mary Shelley's grave

Es wundert daher vielleicht nicht, dass Mary Shelley, Autorin der ultimativen Gothic Novel, Frankenstein, hier in Bournemouth bestattet ist, zusammen mit den Überresten ihres Mannes, des Dichters Percy Bysshe Shelley, ihren Eltern Mary Wollstonecraft und William Godwin, ihrem Sohn Sir Percy Florence Shelley und seiner Frau Jane.

Sie liegen auf dem Friedhof der Peterskirche, der der ältesten Kirche hier, umgeben von Nachtclubs, dem Mary Shelley Pub und dem Kaufhaus Beales. Kurz vor Mary Shelleys Tod hatte Sir Percy ein Herrenhaus in Boscombe erworben (über das ich bestimmt noch mehr schreiben werde, da es ein interessantes kleines Theater hat), in dem Mary Shelley jedoch nie gewohnt hat. Sie starb 1851 in London, nachdem sich ihr Gesundheitszustand über Jahre hinweg kontinuierlich verschlechtert hatte, im Alter von nur 53 Jahren. Eine Woche später wurde sie in Bournemouth bestattet.

Da sie den Wunsch geäußert hatte, mit ihren Eltern begraben zu werden, wurden diese aus London umgebettet. Zu einem späteren Zeitpunkt bestattete Sir Percy auch das Herz seines Vaters hier. Percy Bysshe Shelley war 1822 vor der norditalienischen Küste ertrunken und dort feuerbestattet worden, doch sein Freund Edward Trelawny hatte die Asche seines Herzens geborgen und aufbewahrt (in einer etwas aufgebauschteren Version der Geschichte schnappte sich Trelawny das halb verbrannte Herz seines Freundes direkt aus dem Feuer).

Grabbeschreibungen, St Peter's churchyard

Grabbeschreibungen, St Peter’s churchyard

So kommt es, dass die Autorin von Frankenstein ihre letzte Ruhestätte neben einer der wichtigsten frühen feministischen Schriftstellerinnen (umgebettet), dem Gründer des politischen Anarchismus (umgebettet) und einem der wichtigsten englischen Dichter der Romantik (nur Herz) fand.

Wenn ich an sie alle denke, söhnt mich das mit dem Wetter fast aus. Fast. Obwohl atmosphärisch korrekt, könnte es etwas wärmer sein. Ab und zu ein wenig Sonne wäre nicht schlecht.

Und kann es bitte aufhören zu regnen?

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Tomato soup and Mary Shelley

The reason I am writing this blog entry is a bowl of soup. Or better, the reason I am finally taking the time to write this blog entry is a bowl of tomato soup that was accidentally poured over me yesterday.

I am on annual leave since yesterday. Nothing special, no get away holiday, just a few days off. I wasn’t happy about it. I felt I had too much to do to take lots of time (three days!) off. I am only here for a limited period of time; my contract is only for a year and I have a big project to finish, so annual leave is something that almost gets in the way and has to be squeezed into the gaps where my calendar isn’t already full with meetings or to-do lists.

I was working frantically to get everything sorted before leaving the office. I didn’t quite succeed, so I took some of it home with me to work on it in the morning. Not at my desk, though. I did at least want to feel like ‘being on holiday’. The plan was to go to one of my favourite places, have a coffee and something nice to eat while working. I really enjoy what I do and it would only have been proofreading some stuff and reading through a few articles – research for a feature that is due soon – anyway. I’d hardly call it work, more a pleasant way to spend time alone in a café.

But it wasn’t meant to be. I had just settled down nicely, with my papers on the table, placed my order and waited for my food, which arrived within a few minutes. Unfortunately, the waitress was also carrying a bowl of tomato soup, and when placing my plate in front of me, the soup bowl slid of the tray and its contents splashed onto the table. A bit of it landed on me. But most of it landed on my papers. Hot. Tomato. Soup. Which I hadn’t even ordered.

I’m not angry. Why should I be? It was an accident and was dealt with swiftly. Staff was charming and a little mishap like this will certainly not keep me from going there again. But I most definitely took it as a sign. A sign to stop working and to REALLY have a few days off. To REALLY switch off, which is hard for me in any situation. But this was too clear a sign to ignore.

I just wish it hadn’t been tomato soup. It smells and the papers, although they have dried by now, look as if someone has been sick on them. Coffee would have been better. I am used to spilling coffee over myself, from years of carrying little take-away cups of coffee to work and some of the contents finding their way onto my clothing. (I am also quite skilled at pouring coffee down my cleavage, but that’s another story). From years of experience I know that coffee doesn’t leave any unpleasant smells and coffee stains do not really show on dark fabric. It is also easier to deal with coffee stains on paper. It almost looks bohemian, creative, arty. A hard argument to make for stains of tomato soup…

But I digress. After having made the decision to put work to one side and deal with it again on Monday, I suddenly have so much time! A whole long weekend stretching in front of me – and finally I feel I have the head space to sit down and write my next blog entry. The idea for it I have been carrying around for a long time, but thanks to the very reliably wet and unpleasant weather in Bournemouth so far it is still as current as two or three months ago.

Bournemouth's answer to NYs flatiron building

Bournemouth’s answer to NY’s flatiron building

Walking through Bournemouth, I am still trying to get a sense of the place. Bournemouth has many bits  of interesting looking architecture, a lot of it art deco, and quirky features, such as Bournemouth’s answer to the flatiron building in New York. I’d like to write about some of these buildings when I have learned more about them.

But there is also currently a sense of waiting about the place, maybe because as a seaside resort, Bournemouth will only truly come to life during the tourism season. If you look at some of the facades more closely, you’ll see a lot of them crumbling away. In combination with the wet weather that has been dominating more or less the entire time since I moved down here, Bournemouth to me exudes an air of crumbling decay of an almost Gothic quality.

It seems only fitting, then, that Mary Shelley, author of the ultimate Gothic novel, Frankenstein, is buried here, together with the remains of her husband, the poet Percy Bysshe Shelley, her parents, Mary Wollstonecraft and William Godwin, and her son, Sir Percy Florence Shelley and his wife Jane.

They have found their last resting place at St Peter’s Churchyard, which today is surrounded by nightclubs, the Mary Shelley pub and Beales department store. Not long before Mary Shelley’s death Sir Percy had bought a large manor in Boscombe, of which I will write more in a later post as it has an interesting little theatre attached to it. However, Mary never lived here. She died in London, after a long period of declining health, aged only 53, and was buried in Bournemouth a week later.

Mary Shelley's graveShe had wanted to be buried with her parents, so Mary Wollstonecraft’s and William Godwin’s remains were transferred from London to Bournemouth.

At some later point, Sir Percy also buried the ashes of his father’s heart here. Percy Bysshe Shelley had drowned in 1822 in Northern Italy. His body was cremated there, but the ashes of his heart were preserved by his friend Edward Trelawny (or – if you want to believe the more bashful version of the story – Trelawny snatched Shelley’s heart from the pyre before it burned).

Description of graves at St Peter's churchyard

Description of graves at St Peter’s churchyard

So the remains of the author of Frankenstein are laid to rest next to those of one of the most important early feminist writers (re-interred), the founder of political anarchism (re-interred)  and one of England’s major Romantic poets (heart only).

Thinking of them almost makes me feel reconciled with the weather. Almost. Atmospheric though it is, it could be a bit warmer. Sunshine more often would be nice as well. And I would love the rain to stop.

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Déjà-vu

Neulich, auf der Suche nach einem Bus in Richtung meiner neuen Unterkunft, hatte ich ein Déjà-vu-Erlebnis. Auf die Frage, in welche Richtung er fahre, erhielt ich vom Fahrer des erstbesten Busses, der neben mir hielt, eine Antwort, die in meinen Ohren in etwa so klang: “Younehgghguhghgsghdfejnkhredfhuhdkljepsfhgddnwle, love!”

Na, das erinnerte mich doch stark an die Zeit vor acht Jahren, als ich versuchte in England Fuß zu fassen; zuerst in London und dann in dem pittoresken Marktstädtchen Bury St. Edmunds in Suffolk. Vieles was ich damals hörte hatte nichts mit dem Englisch zu tun, das sie uns in der Schule beizubringen versucht hatten… Ich fuhr viel Bus in dieser Zeit und gewöhnte mich bald daran, von Busfahrern ‚Love‘ oder ‚Sweetheart‘ genannt zu werden (deutsche Busfahrer machen das nicht, was irgendwie schade ist – es hat einen sehr altmodischen Charme, ist aber wohl, genau genommen, nicht sehr PC), oder dem Busfahrer (sehr, sehr selten der Busfahrerin) beim Aussteigen zu danken (das wird in Deutschland auch nicht gemacht, aber das hat wohl mehr damit zu tun, dass wir so viele Gelenkbusse haben. Es macht sich einfach nicht so gut, beim Aussteigen von hinten durch den ganzen Bus „Vieken Dank!“ nach vorne zum Fahrer zu brüllen…).

Wie dem auch sei, in den letzten acht Jahren wurde ich mit vielen verschiedenen Dialekten und Akzenten konfrontiert – einige leichter verständlich als andere. Doch diese Dialekte auch sprechen zu können, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Seltsamerweise war ich nie in der Lage, das lokale Idiom in Bury St. Edmunds zu meistern, obwohl ich dort fünf Jahre lang gewohnt habe und der Dialekt, der in Suffolk gesprochen wird, eigentlich sehr charakteristisch ist. Als Nicht-Muttersprachlerin imitiere ich sowieso nur, was ich höre, und es sollte deshalb keinen Unterschied machen, ob es Hochsprache oder etwas anderes ist. Eine Weile lang habe ich versucht, mir einen schottischen Akzent anzueignen, einfach nur weil ich den Klang mag. Ich versuchte stundenlang, ‚Carphone Warehouse‘ auf schottisch auszusprechen (fragt nicht – ich dachte einfach, das sei ein guter Name zum Üben). Ich kann’s immer noch nicht. Einmal, auf einer Dienstreise, versuchte mein damaliger Chef, ein Schriftsteller und Schauspieler, mir ein paar der Tricks beizubringen, mit denen Schauspieler Akzente und Dialekte üben. Ich war ein ziemlich hoffnungsloser Fall.

Aber nach acht Jahren verstehe ich wenigstens die meisten Varianten des Englischen – wenn ich sie auch nicht alle sprechen kann – deshalb war diese Situation ziemlich unerwartet. Sie brachte mich jedoch auch zum lächeln, zeigte sie doch nur, dass es immer und überall Neues zu entdecken gibt und für den größten Teil dieses Jahres wird dies der Südwesten Englands sein – ich kann’s kaum erwarten!

P.S.: Ich bin in den Bus eingestiegen, obwohl mir immer noch nicht klar war, wo er eigentlich hinfuhr. Ich bin genau dort angelangt, wo ich hinwollte.